Von Copilot bis GPU-Power: Die Top-News der FabCon Europe 2026

Letzte Woche durfte ich gemeinsam mit drei Kollegen von IT-Logix in die Welt von Microsoft Fabric eintauchen – und das mitten in Barcelona. Die FabCon Europe 2026 war vollgepackt mit neuen Ideen, spannenden Gesprächen und einigen Ankündigungen, bei denen ich sofort dachte: Das könnte für unsere Kunden richtig relevant werden. Meine neun persönlichen Highlights habe ich hier zusammengefasst.

Natürlich lässt sich eine Konferenz mit dieser Informationsdichte kaum in einem einzigen Beitrag vollständig abbilden. Wenn Dich ein Thema besonders interessiert oder ihr wissen möchtet, was eine Ankündigung konkret für eure Datenplattform bedeutet, melde Dich gerne bei uns.

Mein Eindruck

Microsoft zündet nicht einfach das nächste Feature-Feuerwerk. Vielmehr geht es darum, Fabric reifer, stabiler und fit für den Enterprise-Einsatz zu machen. Gleichzeitig ist KI inzwischen überall präsent – nicht als nette Zugabe, sondern als fester Bestandteil der Plattform.

Das sind meine Highlights:

1. Mehr Tempo fürs Data Warehouse: GPUs übernehmen

Diese Ankündigung hat mich besonders aufhorchen lassen: Die GPU-beschleunigte Abfrageausführung im Fabric Data Warehouse, die Microsoft gemeinsam mit NVIDIA entwickelt, ist jetzt als Early Access Preview verfügbar. Microsoft spricht von bis zu siebenmal höherer Performance bei starker Parallelität und einer rund sechsmal schnelleren Ausführung gegenüber dem CPU-basierten Fabric Warehouse. Und das Beste: Daten und SQL-Code müssen nicht angepasst werden. Geeignete Abfragen landen automatisch auf der GPU; aktiviert wird das Ganze auf Workspace-Ebene. Ein echter Turbo – ohne vorher den Motor umbauen zu müssen.

2. F0-Capacity: bezahlen, wenn wirklich Leistung gebraucht wird

Mit F0, also «zero-provisioned», führt Microsoft einen Capacity-Typ ein, bei dem keine Rechenleistung im Voraus reserviert werden muss. Bezahlt wird nur, was tatsächlich verbraucht wird. Zudem können einzelne Workloads auf bestehenden Capacities ab F2 künftig auf On-Demand-Billing umgestellt werden. Für Tests, Projekte mit unregelmässiger Nutzung oder plötzliche Lastspitzen klingt das sehr attraktiv. Ganz ohne Haken ist es aber nicht: Der Verbrauch dürfte teurer sein als bei einer fest provisionierten Capacity. Da die Preise noch fehlen, gilt für mich klar: spannend, aber vor dem Einsatz genau hinschauen und rechnen.

3. Fabric Apps: mehr als nur schöne Reports

Sind klassische Reports bald Geschichte? Diese Frage begegnete mir an der Konferenz immer wieder. Neu lassen sich in Power BI Desktop auf Basis eines bestehenden Semantic Models per natürlicher Sprache eigene Datenanwendungen erstellen, bearbeiten und in Fabric publizieren. Der grosse Unterschied: Diese Apps zeigen Daten nicht nur an. Sie können Eingaben entgegennehmen, Daten zurückschreiben und damit komplette Arbeitsabläufe unterstützen. Die Preview soll in den kommenden Wochen und Monaten ausgerollt werden – auch für Power BI Pro und Premium Per User, ohne Zusatzkosten. Für mich ist das ein spannender Schritt vom reinen Reporting hin zu echten datengetriebenen Anwendungen.

4. Deployment Plans: endlich mehr Kontrolle beim Ausrollen

Deployments gehören selten zu den glamourösesten Themen – im Alltag machen gute Prozesse aber einen riesigen Unterschied. Genau hier setzen die neuen Deployment Plans in der Preview an. Auf einer visuellen Oberfläche mit YAML als Grundlage lässt sich festlegen, in welcher Reihenfolge Items ausgerollt werden. Auch Schritte vor und nach dem Deployment können eingebunden werden, beispielsweise ein Notebook zum Befüllen eines Lakehouse oder eine automatische Datenvalidierung. Das klingt technisch, kann Teams aber viel Handarbeit und einige unangenehme Überraschungen ersparen.

5. Microsoft IQ: Damit KI unsere Geschäftssprache versteht

Unter «Microsoft IQ» bündelt Microsoft vier Bausteine, die KI-Agenten mit dem nötigen Kontext versorgen: Fabric IQ für Geschäftsdaten, Work IQ für die tägliche Zusammenarbeit in E-Mails, Teams und Meetings, Foundry IQ für Richtlinien und Dokumente sowie Web IQ für Informationen aus dem Internet. Besonders spannend finde ich die Ontologie im Zentrum von Fabric IQ. Vereinfacht gesagt ist sie ein Geschäftsvokabular, das Begriffe wie Kunde, Produkt oder Auftrag und ihre Beziehungen definiert und mit den Daten in OneLake verbindet. Copilot und Agenten sehen dann nicht einfach Tabellen und Spalten, sondern verstehen die Daten in unserer eigenen Geschäftssprache. Neu kann ein Agent eine solche Ontologie aus Semantic Models, OneLake-Daten und Dokumenten erstellen. Noch ist das Preview – das Potenzial ist aber enorm.

6. OneLake Catalog und Policies: Governance bekommt ein Zuhause

Der OneLake Catalog entwickelt sich zur zentralen Anlaufstelle für Governance. In der nun allgemein verfügbaren «Govern»-Ansicht verwalten Admins Tenant, Domains, Capacities, Workspaces, Tags und Policies an einem Ort – inklusive konkreter Empfehlungen zur Verbesserung. Neu kommen die Fabric Policies in der Preview hinzu: attributbasierte Regeln, die etwa festlegen, wer bestimmte Items erstellen darf oder wie Workspaces abgesichert werden. Statt pauschaler Tenant-Einstellungen zählen also die Eigenschaften von Benutzern und Daten. Regeln für externes Data Sharing sollen folgen; über APIs und CI/CD lassen sich Policies automatisieren. Für mich ist das mehr als ein Governance-Update: Es ist die Basis für vertrauenswürdige KI. Denn eine KI kann nur so verlässlich sein wie die Daten und Regeln, auf denen sie aufbaut.

7. Monitoring & Observability: Probleme erkennen, bevor sie wehtun

Fabric führt die Überwachung in einem neu gestalteten Monitor Hub für Jobs, Kapazitäten, Apps und Agenten zusammen. Die Telemetrie mehrerer Workspaces kann zudem in einem gemeinsamen Eventhouse landen. Über Activator erhalten Teams automatisch Meldungen zu erfolgreichen und fehlgeschlagenen Jobs. Besonders interessant: Operations Agents analysieren Ursachen bereits allgemein verfügbar und können in der Preview mit vorab freigegebenen Aktionen gewisse Fehler selbst beheben – der Mensch behält dabei die Kontrolle. Für Warehouses kommen KI-gestützte Abfrageanalysen hinzu, mit denen sich langsame oder fehlgeschlagene Abfragen schneller verstehen lassen. Weniger Detektivarbeit, schnellere Lösungen – das gefällt mir.

8. Ressourcen und Kosten gezielter steuern

Mit Custom SQL Pools, die nun allgemein verfügbar sind, lässt sich die Rechenleistung eines Warehouses in isolierte Pools mit festen Anteilen aufteilen. So bleiben wichtige Berichte auch dann schnell, wenn anderswo gerade Hochbetrieb herrscht. Surge Protection begrenzt auf Workspace-Ebene übermässigen Verbrauch, damit geschäftskritische Workspaces nicht ausgebremst werden. Und Ausgabengrenzen über ein rollierendes 24-Stunden-Fenster für Overage und On-Demand-Abrechnung helfen dabei, die Kosten planbar zu halten. Kurz gesagt: mehr Kontrolle, weniger böse Überraschungen.

9. KI überall: Copilot wird zum direkten Zugang zu den Daten

Natürlich war KI das grosse Thema der FabCon – sie tauchte praktisch in jeder Session und bei fast jeder Neuerung auf. Ein besonders wichtiger Schritt: Fabric IQ ist in Microsoft 365 Copilot Chat und Cowork nun allgemein verfügbar. Mitarbeitende können Geschäftsfragen direkt in Copilot stellen und erhalten Antworten auf Basis bestehender Power BI Semantic Models – mit denselben Kennzahlen, Definitionen und Berechtigungen wie in den Reports. Eine separate Datenkopie für die KI ist nicht nötig. Genau so wünsche ich mir KI im Arbeitsalltag: nah an den vertrauten Daten, konsistent und ohne unnötige Umwege.

Was bei mir nach diesen Tagen besonders hängen bleibt: Microsoft denkt Fabric zunehmend «Agent First». Neue Funktionen werden zuerst für Agenten zugänglich gemacht, etwa über REST-APIs, bevor eine grafische Oberfläche folgt. Das ist faszinierend – und gleichzeitig eine klare Erinnerung daran, dass eine saubere Datenbasis und gut dokumentierte Semantic Models wichtiger denn je werden.

Mein Fazit

Microsoft hört seinen Kunden und Partnern zu – und setzt das Feedback sichtbar um. Neben den vielen KI-Neuerungen wurden zahlreiche lang erwartete Verbesserungen geliefert oder mit konkreten Release-Zeiträumen versehen. Für mich zeigt die FabCon 2026 vor allem eines: Fabric hält beim rasanten KI-Tempo mit und baut gleichzeitig an einem stabilen Fundament für Enterprise-Datenplattformen.

Genau diese Kombination wird die Arbeit mit Microsoft Fabric in den kommenden Monaten besonders spannend machen.

Du willst mehr über Microsoft Fabric erfahren? Wir helfen Dir gerne weiter!

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